Vorstellung der neuen X-Box – Was wir erwarten können und was wir wissen

Morgen ist es endlich soweit: Microsoft stellt die neue X-Box vor! Nur einen Monat vor der E3 in Los Angeles versorgt uns Microsoft mit ersten, offiziellen Informationen über ihre neue Konsole, die den Entwicklungsnamen ‘Durango’ trägt (von den Fans oder der Fachpresse auch gerne liebevoll NeXt Box, 720 oder Infinity betitelt).

Was erwartet uns? Ein paar Teaser und Trailer zu neuen Spielen? Die Vorstellung des neuen Controllers? Oder geht Microsoft einen Schritt weiter als Sony bei der Playstation 4-Vorstellung und zeigt uns gar die ganze Konsole?

Ein Modell, zwei Modelle? X-Box Mini? Subventioniert?

Während Sony bei der Playstation 4-Präsentation hauptsächlich auf Spiele gesetzt hat, könnte Microsoft eine andere Richtung einschlagen. Wie vor jedem Erscheinen eines heiß ersehnten, neuen Technikspielzeugs überschlagen sich die Gerüchte über Features der neuen Konsole und die Gerüchteküche diverser Publikationen sind sich mehr oder weniger einig, dass es zwei Möglichkeiten gibt:

– Zwei Varianten der X-Box: Eine reine Spielekonsole und die andere konzipiert als Multimedia-Center mit Streaming-Funktionen inklusive Partnerschaften mit den jeweiligen Anbietern von TV-Kabel und Premium-Netzwerken wie Netflix, Amazon Prine Video / LoveFilm, Hulu Plus, etc.

– Eine Variante der X-Box: Die oben genannte Multimedia-Center-Variante zum Vollpreis von ca. 500 Dollar und eine subventionierte X-Box Version zu einem deutlich günstigeren Preis (300 Dollar) mit einer zweijährigen X-Box Gold-Mitgliedschaft.

Zudem kursierten Gerüchte, ob Microsoft nicht eine ‘X-Box Mini’ plant, die die Multimedia-Komponente nutzt, aber nur X-Box Live Arcade-Spiele spielen kann. Diese Variante könnte immer noch später kommen für Interessierte, die an der Multimedia-Unterstützung interessiert sind und nebenher noch kleinere Spiele spielen wollen, aber nicht so viel Geld ausgeben möchten um auch Vollpreis-Titel zu spielen.

ProjectFortalezaNextBox

Von Features und Gimmicks

Man kann davon ausgehen, dass die nächste Generation der Kinect-Kamera der Konsole beiliegen wird – deshalb unter anderem auch der hohe Preis von 500 Dollar, da die Kinect-Kamera für die 360 zum Erscheinen bereits 150 Dollar kostete und eine verbesserte Version wahrscheinlich nicht billiger wird.

Die Kinect 2 (nennen wir sie jetzt einfach mal so) soll nun bis zu 4 Personen anstatt nur 2 Personen erkennen. Dies kann durch die Verbesserung des Sensors geschehen, der unter anderem dafür sorgt, dass man die Kinect 2 nun auch in kleineren Räumen benutzen kann und nicht mehr 2,5 Meter Abstand braucht. Besonders bei kleineren Wohnzimmern oder Studentenbuden kann dies sehr nützlich sein – ich spreche da aus Erfahrung. Nyko brachte mit dem ‘Nyko Zoom’ zwar ein Accessoire heraus, welches den Platzbedarf der Kamera um ca. 40% reduzierte, aber niemand wird sich beschweren, wenn die neue Version der Microsoft-Kamera dies nativ unterstützen wird ohne zusätzlich Geld ausgeben zu müssen.

Ähnlich wie sich die Kinect zur X-Box 360 verhalten hat, so ist anscheinend für die neue X-Box eine Brille für einen späteren Release geplant. ‘Project Fortaleza’ wurde die Brille in dem geleakten Dokument – welches inzwischen per Takedown-Request in Auftrag von Microsoft von den größeren Seiten genommen wurde – genannt. Zum Vergleich: ‘Project Natal’ war der interne Name der Kinect. Als potenzielles Konkurrenzprodukt zu ‘Google Glass’ soll zuerst eine WiFi-only Version erscheinen und später eine Version, die die Fähigkeit haben soll sich mit mobilen Datennetzwerk zu verbinden.

Da eine alleinige Nutzung als Zusatz-Peripherie für die nächste X-Box relativ beschränkt wäre, ist es gut Möglich, dass Microsoft die Datenbrille ebenfalls für sein Smartphone-Betriebssystem ‘Windows Phone‘ nutzten könnte. So könnten nicht nur Anrufe oder SMS bzw. E-Mails angezeigt, sondern auch Nachrichten von X-Box-Live-Freunden bzw. Gamerscores, gebrochene Highscores durch Freunde, Updates der Konsole bzw. Spielen genutzt werden. In Verbindung mit den Multimedia-Fähigkeiten der Konsole kann die Brille auch als als ‘second Screen’ für Twitter, Facebook oder Zusatzinforationen für Filme und Serien genutzt werden.

Erst auf der Amerikanischen Messe CES im Januar vorgestellt, soll ‘IllumiRoom’ ein erweitertes, intensiveres Spieleerlebnis liefern, welches sich auf den Platz vor dem Spieler bzw. um den Bildschirm konzentrieren soll. Während der Entwicklungsphase des Geräts wird ein Beamer zusammen mit einer Kinect-Kamera über bzw. hinter dem Spieler befestigt, woraufhin die Kamera Hindernisse wie Möbel und Schränke scannt. IllumiWall unterstützt dabei verschiedene Modi. Als Beispiel wurde ein Rennspiel gezeigt, in dem es schneit und je nach Richtung und Geschwindigkeit in die der Spieler fährt, wird der Schnee individuell an die Wand projeziert. Ein weiteres Beispiel war ein Ego-Shooter. Dabei wird entweder nur ein Drahtgittermodell der erweiterten Umgebung dargestellt, die nicht mehr im Fernseher-Bild zu sehen war oder auch eine unschärfere Version der Spielewelt inklusive blinkender Gegenstände oder Kanonenschüssen, die an einem vorbei schießen.

Zu guter Letzt wird die neue X-Box sehr wahrscheinlich ein BluRay-Laufwerk erhalten. Bereits jetzt haben Entwickler teilweise Probleme ihre Spiele auf die 360 zu portieren ohne Magie wirken zu lassen. Anfang Mai erklärte Hideo Kojima selbst, dass diese Datenbeschränkung immer noch ein Hindernis sei die ‘Metal Gear Solid: Legacy Collection’ für 360 zu bringen, genau so wie es auch schon ein Problem bei ‘Metal Gear Solid 4’ war, welches nie für die X-Box 360 erschien.

DRM oder nicht DRM?

Ein weiteres Detail, welches große Wellen geschlagen hat, ist das Thema DRM. PC-Spieler sind mit Valves Steam, EAs Origin oder Blizzards Battle.Net bereits in gewisser Weise daran gewöhnt DRM-Mechanismen in ihren Spielen zu haben. Konsolenspieler sind bisher nur bei gewissen gebraucht gekauften Spielen in Verbindung gekommen, wie es beispielsweise EA macht. Erstmals aufgekommen ist dieses ‘Feature’ – bei EA “Online-Pass” genannt – für die Konsolenversion von ‘Tiger Woods PGA Tour 2011’ – überraschenderweise gab EA am 15. Mai 2013 bekannt, dass der Online-Pass abgeschafft wird (angeblich wegen “Unzufriedenheit beim User, was auch immer das bedeuten mag).

Jetzt ist die Frage, ob Microsoft einen DRM-Mechanismus einsetzen wird und wenn, wie weit dieser gehen wird. Relativ früh kamen Gerüchte von ‘Always-On-DRM’ auf, das heißt, dass die Konsole die ganze Zeit mit dem Internet verbunden sein müsste, damit sie überhaupt funktioniere. Würde die Konsole während des Spielens die Verbindung zum Internet verlieren, würde das Spiel pausieren oder einfach zum Dashboard zurückkehren und beim nächsten Spielstart würde der zuletzt erreichte Checkpoint geladen – Microsoft wäre schlau und würde eine Art “Einfrieren des Spielstandes”-Mechanik einführen, sollte diese Möglichkeit der Wahrheit entsprechen.

Eine weniger aggressive Variante wäre, dass die Konsole in einem bestimmten Intervall kurz überprüfen würde, ob eine Internetverbindung besteht. Ein kurzes ‘Ping’ könnte zum Beispiel alle 30 Minuten zum Microsoft-Server geschickt werden, um zu überprüfen, ob eine Internetverbindung weiterhin vorhanden ist.

Hintergrund dieser potenziellen Pläne ist die Überprüfung, ob Spiele regulär gekauft wurden oder ob eine Raubkopie gespielt wird. Eine zeitversetzte Version dieser DRM-Maßnahmen existiert bereits bei der X-Box 360. Ist die Konsole gemoddet,

Quo Vadis X-Box?

Bisher scheint es so, dass Microsoft auf eine Multimedia-Strategie zu setzen scheint, denn bereits jetzt besitzt die X-Box mehr Premium-Partner Video-Streaming-Dienste als Sony mit der Playstation 3. Es ist gut vorstellbar, dass man in Zukunft vergünstigt eine X-Box mit seinem Kabel-Vertrag dazu bekommt.

Morgen Abend werden wir alle schlauer sein.

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Roberto Giunta
Roberto studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien. In seiner Freizeit streift er durch die Untiefen seiner RSS-Feeds und Podcasts und schaut sich Serien bzw. Filme bevorzugt in Originalsprache an. Interessiert an allem was mit Technologie und Games zu tun hat.
Roberto Giunta

Roberto Giunta

Roberto studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien. In seiner Freizeit streift er durch die Untiefen seiner RSS-Feeds und Podcasts und schaut sich Serien bzw. Filme bevorzugt in Originalsprache an. Interessiert an allem was mit Technologie und Games zu tun hat.