Galaxy S4 – Google Edition: Kein Nexus, aber ein erster Schritt in die richtige Richtung

Die Aufregung war groß als das weiße Samsung Galaxy S4 vorgestellt wurde. Erst am Tag der Google IO 2013, etwa 12 Stunden vor der eigentlichen Keynote, kamen erste Gerüchte von einem ‘Samsung Galaxy S4-Nexus’ auf, die am Ende wider Erwarten wahr wurden, mehr oder weniger jedenfalls.

Die Menge war sichtlich begeistert, als sie das Samsung-Smartphone gesehen haben bis zu der Sekunde, wo der Preis angekündigt wurde: $649. Nach dem Nexus 4, welches maximal $350 in der 16GB-Version kostet, waren die Massen nicht darauf vorbereitet für ein neues Gerät mit reiner Google-Software den Vollpreis zu bezahlen, denn noch weniger als wir Europäer sind Amerikaner nicht gewöhnt den vollen Preis für ein Smartphone zu bezahlen.

Schaut man sich hingegen die technischen Spezifikationen des Gerätes an, wird man keine großen Unterschiede zum normalen Galaxy S4 feststellen können. Es handelt sich dabei um eine Variante mit Snapdragon-Prozessor, sprich einer Abwandlung des i9505-Modells, nicht die Version mit dem Exynos Octa-Core Prozessor.

Aus der (einzigen) Slide konnte man folgendes ablesen:

– Ausgelegt für die amerikanischen Netze T-Mobile und AT&T (man beachte, GSM-Netzbetreiber)
– LTE-Support für die jeweiligen Netze
– 16GB interner Speicher (von denen bestimmt mehr nutzbar sein werden als 8GB bei der TouchWiz-Version)
– Bootloader unlocked (man braucht das Gerät nicht zu hacken um z.B. eine Custom-ROM auf das Gerät zu flashen)
– Schnelle System-Updates (Gleichzeitig mit den offiziellen Nexus-Geräten)

Am interessantesten ist jedoch der Punkt “Nexus User Experience”. Was genau heißt das? Es ist zu beachten, dass dieses Smartphone nicht ‘Nexus Galaxy S4’ heißt, sondern seinen Namen behält und nur ein “Google Edition”-Suffix bekommt. Während das Galaxy S4 – Google Edition die Android-Updates von Google bekommt, heißt das nicht, dass man ohne Probleme Custom-ROMs dafür bauen kann, wie für das Nexus 4.

Der große Unterschied hier besteht in dem Detail, dass das Galaxy S4 nicht Teil des AOSP ist. Das ‘Android Open Source Project’ ist ein Programm von Google, in dem die teilnehmenden Geräte im Optimalfall vollkommen Open Source sind. Da Android selbst offen ist und jeder sich den Source Code runterladen kann, fehlt noch die offene Hardware dazu. Die meisten Treiber kann man auf Googles AOSP-Seiten herunterladen. Damit ihr euch das besser vorstellen könnt: Habt ihr schon mal Windows neu installiert und euch gewundert, wieso die Auflösung so niedrig ist und ihr nur 256 Farben hattet? So ungefähr ist es, wenn ihr keine Treiber für eure Grafikkarte habt, entweder es funktioniert schlecht oder gar nicht.

Neben den Treibern für die Hardware gibt es auf der AOSP-Seite auch ganze Images zum herunterladen, sodass man nur diese auf das Gerät mit einer Custom-ROM flashen muss, um zur Original-Software zurück zu kehren.

Nexus4Sources

Die Open Source-Treiber für die Hardware fehlen alle beim Samsung Galaxy S4 – Google Edition, weshalb man zu dem Schluss kommen kann, dass das Gerät kein Nexus ist. Das muss aber nichts schlechtes sein, die meisten sind schon mit Stock Android zufrieden sind, sodass nicht erst das Gerät gehackt werden muss, um eine Stock ROM auf das Gerät zu bekommen.

Wann und ob das Samsung Galaxy S4 – Google Edition außerhalb der USA erhältlich sein wird, ist noch nicht ganz sicher. Von Google wurde bestätigt, dass das Gerät anfangs nur in den USA über den Google Play Store erhältlich sein wird. Wer dennoch ein Galaxy S4 mit Stock Android haben möchte, kann sich ein normales S4 im Handel kaufen und mit ein bisschen basteln das Gerät unlocken und eine Custom ROM drauf packen. Auf alle Fälle mehr Arbeit als das Gerät mit Stock Android zu kaufen und Updates kommen auch nicht so schnell, aber wenigstens hat man die Möglichkeit dazu, nicht?

Wer sich für AOSP interessiert, kann sich hier auf Googles Developer-Seite darüber informieren.

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Roberto Giunta
Roberto studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien. In seiner Freizeit streift er durch die Untiefen seiner RSS-Feeds und Podcasts und schaut sich Serien bzw. Filme bevorzugt in Originalsprache an. Interessiert an allem was mit Technologie und Games zu tun hat.
Roberto Giunta

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Roberto studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien. In seiner Freizeit streift er durch die Untiefen seiner RSS-Feeds und Podcasts und schaut sich Serien bzw. Filme bevorzugt in Originalsprache an. Interessiert an allem was mit Technologie und Games zu tun hat.