Nexus 7 und Chromecast: Mit Highres-Display & Streaming-Dongle gegen iPad Mini & Apple TV

Nicht nur wurde Android 4.3 beim Google-Event am 24. Juli 2013 vorgestellt – wie bereits berichtet -, es gab auch eine neue Version des Nexus 7 und eine deutlich überarbeitete Version des totgeborenen Nexus Q  mit dem Namen Chromecast.

Das Nexus 7 sowie das Chromecast sind bisher nur in den USA erschienen und es gibt noch keinen Europa-Termin für die beiden Geräte. Während das Tablet eine ziemlich hohe Wahrscheinlichkeit hat bald hier rauszukommen – Gerüchte aus Italien besagen Ende August  -, ob das mit Chromecast ähnlich sein wird, ist nicht ganz so sicher. In den USA wurde das Streaming-Gadget zusammen mit einer 3 Monate-Promotion für den amerikanischen Streaming-Dienst Netflix beworben. Anscheinend haben Google und Netflix die Nachfrage unterschätzt und nach einem Tag die Aktion für beendet erklärt, da alle Aktionscodes verbraucht waren.

In Europa gibt es Netflix bisher nur in Großbritannien und bald auch in den Niederlanden, das von Amazon aufgekaufte LoveFilm ist weiter verbreitet, hat aber bisher nicht mal eine Android-App im Play Store. Es ist also fraglich, ob es eine Promotion-Aktion geben wird, wenn das Chromecast hier erscheinen sollte.

Nexus 7 (2013)

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Technische Spezifikationen:

  • 7″ 1080p-IPS-Display (1920×1200) – 323 PPI
  • Qualcomm Snapdragon S4 Pro, 1.5GHz (CPU) & Adreno 320 (GPU)
  • 2GB RAM
  • 16GB: $230 | 32GB: $270 | 32GB HSPA+/LTE: $350
  • 5MP Autofokus-Kamera, 1.2MP Front-Kamera
  • Dual-Band-WiFi [(2.4GHz/5GHz) 802.11 a/b/g/n], Bluetooth 4.0, NFC
  • Stereo-Lautsprecher, Surround-Sound (mit Fraunhofer-Technologie)
  • 3950 mAH (bis zu 9 Stunden aktive Nutzung)
  • Sensoren: Accelerometer, GPS, Kompass, Gyroskop, Umgebungslicht
  • 114 (L) x 200 (B) x 8.64 (H) in mm / 290 Gramm

Zum neuen Nexus 7 ist zu sagen, dass es in allen Belangen einfach besser ist. Schnellere CPU, schnellere GPU, mehr RAM, eine Hauptkamera hinten am Gerät, Stereo-Lautsprecher, die mit Hilfe der Fraunhofer-Technologie Surround-Sound simulieren, besserer Akku – Was will man mehr?

An den Seiten hat es jeweils 3mm verloren, dafür ist es in der Länge ein bisschen gewachsen. Es schaut zwar nicht besonders hübsch aus, dass es oben und unten so viel Rand hat, aber wie man bereits von der Rückseite vermutet, animiert Google die User dazu das Gerät mehr horizontal zu nutzen. So hat man links und rechts genug Platz um das Tablet zu halten und nicht auversehen auf den Bildschirm zu greifen – Außerdem muss der Akku ja auch irgendwo hin, nicht?

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Brian Klug von Anandtech fand heraus, dass zwar Snapdragon S4 Pro drin steht, aber im Grunde ein runtergetakteter Snapdragon 600 drin steckt, er ist lediglich ein wenig niedriger getaktet als der große Bruder. Wahrscheinlich wurde Aufgrund von Stromsparungsmaßnahmen die CPU niedriger getaktet als man es eigentlich könnte, wieso man aber nicht dennoch Snapdragon 600 drauf geschrieben hat, das werden wir wohl nie erfahren. Langsam ist das Tablet auf keinen Fall.

Und ein Full HD-IPS-Display in einem 7″-Display? Das ist eine Premiere. Apple hat bisher aus Kostengründen und mit dem Argument, dass “Retina-Displays für die Größe noch nicht zumutbar für Akkus wären”. Wie man sieht hat es Google geschafft das Gerät kleiner zu machen, ein Display mit einer PPI (Pixel per Inch) von 323 einzubauen, den Akku minimal zu verkleinern [Nexus 7 (2012): 4,325mAH] und zudem die Akkulaufzeit etwas zu verbessern [Nexus 7 (2012): Offiziell bis zu 8 Stunden). Entweder war dies nur eine Ausrede Apples ihre Kunden noch etwas hinzuhalten mit der normalen Auflösung und somit den Profit pro Gerät weiter zu erhöhten oder es gab wirklich Akku-Probleme beim iPad Mini. Ob das iPad Mini dieses Jahr noch ein ein Retina-Update bekommen wird, erfahren wir wohl erst im Herbst, insofern sich Apple treu bleibt mit seinen Ankündigungsintervallen.

Viele Nutzer des alten Nexus 7 beschwerten sich darüber, dass das Tablet nach einigen Monaten der Nutzung sehr langsam und fast unbrauchbar wurde. Dieses Problem wurde mit Hilfe des Android 4.3er Updates auch beseitigt, indem TRIM-Support für SSDs implementiert wurde. Wenn man viele Dateien auf das Tablet kopiert und gelöscht hatte, blieben kleine Dateifetzen erhalten. Mit Hilfe des TRIM-Supports läuft beim Aufladen des Akkus bzw. bei längerer Nicht-Benutzung des Tablets eine Art Reinigungsvorgang, der diese Dateifetzen berenigt. Mehrere User berichteten bereits, dass ihre alten Nexus 7-Geräte besser liefen als an ihrem ersten Tag.

Wer also ein altes Nexus 7 besitzt und selbst mit der wiedergewonnenen Geschwindigkeit nicht zufrieden ist oder bevorzugt am Tablet liest, für den kann sich ein Update auf das neue Nexus 7 bereits lohnen.

Wahrscheinlich werden die Preise so übernommen und ein Euro-Zeichen hinzugefügt, somit werden die neuen Nexus-Tablets ein wenig teurer als die Alten. Bei der Masse an Neuerungen kann man den Preisanstieg jedoch nachvollziehen, zumal es so schnell kein weiteres Tablet mit dieser Auflösung und dem Preis geben wird.

Auf die große Frage wann sich Google erbarmt das Tablet auch in unseren Gefilden einzuführen, gibt es, wie bereits erwähnt, bisher nur Gerüchte von einem Mitte September-Release.

Chromecast

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Technische Spezifikationen:

  • Ausgabe: HDMI (CEC-zertifiziert)
  • Maximal ausgegebene Auflösung: 1080p
  • Kompatibel mit 2.4 GHz WiFI 802.11 b/g/n (NICHT mit 5GHz kompatibel)
  • 72 (L) x 35 (B) x 12 (H) in mm, 34 Gramm
  • Strom über USB (Adapter inkludiert)
  • Preis: $35

Googles Chromecast ist die Antwort auf Apples Apple TV bzw. AirPlay-Funktion. Bisher war es nicht möglich auf einfache Art und Weise Musik oder Videos von seinem Android-Gerät (egal ob Smartphone oder Tablet) auf einen Fernseher oder eine Soundanlage abzuspielen. Mit dem Chromecast soll sich das nun ändern.

Während mit dem Apple TV und Apples AirPlay-Technologie Fotos, Videos und Musik direkt vom Gerät abgespielt werden, ist die Idee beim Chromecast, dass der Inhalt direkt aus dem Internet bzw. “der Cloud” kommt. Somit kann das Android-Smartphone bzw. -Tablet weiter benutzt werden, während wer anders schon das nächste Video zum anschauen raussucht.

Offiziell kompatibel ist das Chromecast derzeit mit Netflix, YouTube, Google Play Video sowie Google Play Music (inkl. dem hauseigenen Musik-Streaming-Dienst All Access). Pandora war zum Zeitpunkt der Präsentation. Im Gegensatz zu Apples AirPlay ist das Chromecast auch mit iOS kompatibel. Bereits jetzt kann man mit einem simplen Knopfdruck in der Netflix-App auf iOS das gewünschte Video vom Chromecast abspielen.

Inoffiziell arbeitet Koushik Dutta (bekannt für seine Android-Apps wie ClockworkMod, ROM Manager und Helium) bereits an einer App mit der man Fotos und Videos aus der eigenen Gallerie streamen kann, wie er hier in seinem Google+ Post mit einem Video beweist. Diese App entstand in Reaktion auf den Apple-Evangelisten John Gruber, der meinte, dass direktes Streaming nicht möglich wäre.

Nachdem das Chromecast an den Fernseher angeschlossen und mit Strom versorgt wurde (bei einem Fernseher/Display mit HDMI 1.4 saugt der Dongle den Strom direkt vom Gerät), muss man sich nur mit dem Chromecast verbinden, von da aus geht es ganz von alleine. Die Konfiguration dauert keine 10 Minuten, dann kann man direkt den Inhalt seines PCs bzw. dem Chrome-Browser oder einer kompatiblen App streamen.

Ob sich das kleine Gerät durchsetzt und wann es nun hier rauskommt, steht noch nicht fest.

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Roberto Giunta
Roberto studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien. In seiner Freizeit streift er durch die Untiefen seiner RSS-Feeds und Podcasts und schaut sich Serien bzw. Filme bevorzugt in Originalsprache an. Interessiert an allem was mit Technologie und Games zu tun hat.
Roberto Giunta

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Roberto studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien. In seiner Freizeit streift er durch die Untiefen seiner RSS-Feeds und Podcasts und schaut sich Serien bzw. Filme bevorzugt in Originalsprache an. Interessiert an allem was mit Technologie und Games zu tun hat.